Dinge ändern sich – das macht mich traurig, obwohl es das nicht sollte

Auch wieder so ein krasser Widerspruch in meiner HSP-Seele: einerseits langweile ich mich schnell, wenn ich immer das Gleiche machen muss, andererseits schmerzt es mich dann sehr, wenn sich etwas ändert. 

Ein Beispiel: seit fünf, sechs Jahren bin ich Mitglied in einem Lesekreis, der sich über zwei Städte spannt, eine meiner besten Freundinnen, die in München lebt, hat mich dazu gebracht, als ein Münchner Mitglied nach Regensburg gezogen ist - wo auch ich wohne. Wir treffen oder trafen uns so viermal im Jahr immer abwechselnd in einer der beiden Städte.

Die Terminfindung war immer schwierig, der eine reist sehr viel, ich hab‘ meine Auftritte, die Freundin ist Lehrerin und mag nicht so in den Ferien, eine spielt in einem Orchester und muss öfters spontan einspringen, und in Chören sind zwei davon auch noch aktiv. Der Büchergeschmack driftet oft weit auseinander: ich liebe lange amerikanische Familiengeschichten, die anderen ältere deutsche Literatur, die ich schon während meines Studiums durchackern musste – oder Shakespeare, den schau‘ ich mir lieber im Theater an…

 

Gerade deshalb habe ich aber viele Bücher gelesen, die ich sonst nie in die Hand genommen hätte. Im „normalen Leben“ hätte ich mich - abgesehen von meiner Freundin - wahrscheinlich nie mit einer/m von den anderen angefreundet. Jetzt sind sie zu einer Bereicherung in meinem Leben geworden. Vorgestern hat mir die Freundin plötzlich eröffnet, dass sie aussteigen will, die Luft sei raus. Es wäre der richtige Zeitpunkt für sie. Ein Abschlusstreffen wird geplant, denn die zweite Regensburgerin, die auch eng mit ihr befreundet ist, wird dann auch nicht mehr mitmachen. Ich sicher auch nicht.

Keine große Sache, oder? Trotzdem macht es mich traurig, verunsichert mich, ich denke wie so oft zu viel nach: war oder ist es meine Schuld? Sehen wir uns dann gar nicht mehr – meine Freundin und ich?

 

Ich denke zurück, wie sich diese Verunsicherungen durch mein Leben ziehen: vor allem als Teenager, junge Frau war ich immer extrem hin und her gerissen zwischen Abenteuerlust, die einem in der Pubertät ja auch fast aufgezwungen wird, und einem großen Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit. Am Anfang meiner Beziehung mit meinem Mann sind wir viel und lange gereist, das wollte ich unbedingt, bekam aber vor lauter Angst oft Durchfallattacken… Sorry, ich lasse das Thema gleich wieder ;-)

 

Wie ging oder geht es euch in solchen Situationen? Ich freue mich auf eure Kommentare, gern auch direkt an info@erbsenkoenigin.de.

 

 

Ach ja, ich starte demnächst einen neue Blog-Serie „5 Fragen an…“, da können alle mitmachen, die etwas zum Thema HSP zu sagen haben… Meldet euch, es geht auch anonym, mit geändertem Namen…

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Kommentare: 2
  • #1

    Countryqueen (Donnerstag, 18 Januar 2018 15:39)

    Oh ja, das mit den Durchfallattacken, bei mir waren es auch massive Blinddarmschmerzen und/oder Herz-/Kreislaufprobleme, andere nennen es Panikattacken, bei Reiseplänen kenne ich sehr gut. Wir sind oft ein oder 2 Tage später losgefahren, wie geplant. Deshalb auch immer Reisen mit dem eigenen Auto.
    Durch meinen Drang nach Sicherheit habe ich viel verloren und wenig riskiert, leider, sage ich heute.....und es fällt mir extrem schwer, es manchmal anders zu machen.

  • #2

    Ursula (Donnerstag, 18 Januar 2018 20:57)

    Panikattacken hatte ich auch eine Zeit lang. Davon werde ich bald erzählen. Ich wünsche dir alles Gute, Countryqueen!

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