"Die Gabe der Empathen" - ein Buch, das Augen öffnet

Was habe ich früher unter den - für mich so spürbaren - Launen und Stimmungen meiner Mitmenschen gelitten, denn ich muss nur beim Guten-Morgen-Sagen in das Zimmer eines Kollegen sehen und merke, welche Laune er hat. Einer hat fast nur Schlechte, was ich lange auf mich selbst bezogen habe. "Was hab' ich getan?" - schoss es mir durch den Kopf. Erst durch meine intensive Beschäftigung mit dem Thema Hochsensibilität gelingt es mir langsam, aber stetig, mich abzugrenzen, diese Wellen an Missmut nicht auf mich selber zu beziehen.

 

Wobei die Autoren dieses Buchs einen aufschlussreichen Begriff einführen: die Hochsensivität, die nicht gleich Hochsensibilität ist. "Hochsensible Menschen sind in der Lage, 'die feinen Dinge des Lebens' wahrzunehmen. Sie haben besonders stark ausgeprägte fünf Sinne... (...) Hochsensitive Menschen verfügen nach unserer Definition noch über eine weitere sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit, die über die 'normalen' fünf Sinne hinausgeht, sozusagen über einen sechsten Sinn: die Hellfühligkeit. Man könnte dies auch eine Hochbegabung im Bereich der Sensibilität nennen." 

 

 

Es geht also hier um Menschen mit einer besonders ausgeprägten Empathie, die es zu beherrschen und positiv für sich selber zu nutzen gilt. Wer sich mit Hochsensibiltät beschäftigt, stößt früher oder später auf Anne Heintze: Sie ist „Autorin, Therapeutin und Coach für außergewöhnliche Menschen“. Die Themen Hochsensitivität, Hochsensibilität, Hoch- und Vielbegabung stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. „Mein Herz schlägt für alle Menschen, die viel vom Leben wollen, die mehr fühlen, tiefer wahrnehmen und große Visionen realisieren wollen. Seit 1988 habe ich durch meine mediale Empathie tausende Menschen bei der Realisierung ihres Potenzials begleitet, einige erfolgreiche Bücher veröffentlicht und viele kompetente OpenMind Coaches ausgebildet. Ich liebe es, als Inspirateuse und Mutmacherin für Menschen zu wirken, die mehr vom Leben wollen. (...) Kraft beziehe ich aus dem Eintauchen ins reine Sein, durch meinen Mann Ananda, meine Familie, die Natur und meinen Glauben in die Weisheit des Universums.“ - so steht es auf ihrer Website open-mind-akademie.de

Besonders aufschlussreich war für mich das Thema Wahrnehmen: "Es gibt zwei Denkmodelle zum Thema Wahrnehmung. Der Ansatz östlicher Philosophien besagt, dass wir unsere Aufmerksamkeit zu den Erscheinungen hinlenken, der westliche Ansatz dagegen, dass diese in unser Bewusstsein hineinkommen."

 

Man sollte oder könnte also aktiv ausprobieren, seine Aufmerksamkeit NICHT zu den Erscheinungen hinzulenken. Das heißt, sich nicht mehr über den Baulärm, die schwitzenden Menschen et cetera aufzuregen. Ein interessanter und wohltuender Ansatz. Gut erklärt werden auch die unterschiedlichen Meinungen, ob Hochsensibiltät vererbt ist oder durch Traumata ausgelöst wird. Und auch unser Thema des vorletzten Blogbeitrags kommt zur Sprache: sind Frauen empathischer als Männer?

 

Und letztendlich geht es darum, ein "gelöster Empath" zu werden, der sich selbst kennt, sich an Neuem erfreut, besonders gut zuhören kann und keine Vorurteile hat. 

Die Kehrseite davon kenne wir wahrscheinlich alle: man tut nicht das, was man selber will, sondern was andere wollen; man hält andere Menschen auch für mitfühlend, obwohl sie es gar nicht sind; man wirkt zu "weich", man lässt sich zu sehr beeinflussen oder vernachlässigt sich selbst, was im schlimmsten Fall in einer Depression oder einem Burnout enden kann.

 

Ich habe mich an meine Kindheit und Jugend erinnert, in der sich so einige Narzissten nächtelang bei mir seelisch ausgekotzt haben, das muss man so dramatisch formulieren. Wenn ich aber Trost und Hilfe brauchte, nada. So. Wie wird man nun ein gelassener Empath? Als Erstes sollte man sich von seiner Opferrolle befreien: "Positive Energie antsteht durch Selbstbestimmtheit". Sich selbst Beachtung zu schenken, seinem Verstand nicht jeden Gedanken zu glauben, achtsam sein, das sind die Schlüssel. "Aus der Fürsorge in die Selbstfürsorge", das hat mir die Augen geöffnet.

 

Das Ganze ist auch sehr verständlich und nicht hochwissenschaftlich geschrieben. So, den Rest müsst Ihr selber lesen. Wenn Ihr auf das Buchcover unten klickt, könnt Ihr es direkt kaufen, das ist ein Affiliatelink. Es kostet euch keinen Cent mehr, ich verdiene ein paar, die mir helfen, diese Website weiter zu führen. Mein Exemplar wurde mit vom Verlag zur Rezension zur Verfügung gestellt, danke. Und danke an Anne Heintze und Ananda H. Hummer für dieses großartige Buch. 

 

 

Autorenfotos: Farideh Diehl

Anne Heintze, Ananda H. Hummer:

Die Gabe der Empathen.

Wie du dein Mitgefühl steuerst und dich und andere stärkst

mvg verlag, 240 Seiten, 16,99 €


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