Zurück in die urweibliche Kraft

Marina Oleksjuk ist fünffache Mama, eine hochsensible Scanner-Persönlichkeit und frisch gebackene FlowBirthing Mentorin. Wie sie ihren Alltag mit ihrer Familie meistert und was sie in ihrer neuen „Berufung“ macht, verrät sie im Interview.


Marina, bei einer Umfrage der HS-Expertin und Autorin Sylvia Harke stellte sich heraus, dass nur 30 Prozent aller hochsensiblen Frauen Kinder haben. Kannst du dir erklären warum?

 

Das ist eine sehr geringe Zahl, wie ich finde. Warum das so ist? Das muss sicher auch ganz individuell betrachtet werden, wobei ich denke, dass es daran liegt, dass viele Frauen sich ihrer wunderbaren Gaben und Fähigkeiten nicht wirklich bewusst und eher überfordert damit sind. Ich kann nur von mir und meinem tiefen Wunsch sprechen - denn schon früh wusste ich, dass ich Mama sein möchte, und ich bin der Meinung, dass hochsensible Mütter ganz besondere Frauen sind, denn wir haben die Möglichkeit, mit unseren Kindern auf einer noch tieferen Ebene zu kommunizieren. Als hochsensible Scanner-Persönlichkeit brauchte ich meine Herausforderung, und wir Hochsensiblen haben so viel Liebe zu geben, dass es uns eher schmerzt, wenn diese im Außen nicht angenommen wird. Und Kinder sind da noch anders gestrickt, ganz natürlich, kraftvoll und rein. Wir können von ihnen so viel lernen, wenn wir lernen, unserem Ego seinen Platz zuzuweisen und aus unserem Wesenskern unserer innewohnende Kraft zu leben - so kann jeder sein, so wie er ist und aus sich das herausholen, was gelebt werden möchte.


Unsere Kinder sind unsere Lehrer, denn sie zeigten mir aufgrund ihrer eigenen natürlichen Bedürfnisse, wo es bei mir im Inneren noch "hakt". Als Mama achte ich ganz besonders darauf, dass es meinen Kindern gut geht, und wenn ich mich nicht gut fühlte, habe ich mich immer gefragt, woran das liegt - die Antwort darauf habe ich nicht im Außen gefunden, sondern tief in meinem Inneren. So entstand meine Erkenntnis für das Leben: "KINDER SIND UNSERE LEHRER, UND WENN WIR LERNEN, IHNEN WIRKLICH WAHRHAFTIG ZUZUHÖREN UND HINZUSPÜREN, DANN ZEIGEN SIE UNS EINE LÄNGST VERGESSENE WELT."


Denn wir werden groß und erwachsen und haben aus der Familie und den äußeren Umständen Glaubensmuster und Dogmen angenommen, die nicht zu unserem wahren Wesenskern gehören, veraltete "Erziehungsmethoden" spielen da sicher genauso eine große Rolle. Unsere Kinder wachsen bedürfnisorientiert auf und dürfen sich frei in Verbundenheit entfalten, wir halten und schützen sie auf ihrem Weg und achten auf eine gewalt- und angstfreie Kommunikation. Wenn wir lernen, unsere Gabe als Geschenk zu begreifen und mit ihr umzugehen, dann haben wir ein enormes Kraftpotenzial, das sich dann entfaltet.

Du hast fünf an der Zahl, wie schaffst du das? Was sind deine besonderen Herausforderungen?

Wie ich es mit fünf Kids schaffe? Ich bin mit den Aufgaben und Herausforderungen gewachsen, habe meine weibliche Urkraft entdeckt und schöpfe jeden Tag aus dieser Kraftquelle ;) Meine Herausforderung dabei ist auch, darauf zu achten, dass jeder seine persönliche Auszeit bekommt, das gelingt uns sicher nicht immer. Aber in einer großen Familie lernt man, flexibel zu sein und dabei die Strukturen des Alltags zu integrieren. Kommunikation wird bei uns daher groß geschrieben, denn durch Absprachen gelingt gleich alles viel leichter ;) Und wenn dann mal was dazwischen kommt, sind wir eben flexibel und schauen zusammen, wie wir mit den Aufgaben zurechtkommen. Ich denke dann auch gerne an meine liebe Omi, sie hatte neun Kinder und noch zu ihrer Zeit noch ganz andere Herausforderungen, mit denen sie zurechtkommen musste. Und auch ich selbst wuchs als älteste von vier Schwestern auf. So kenne ich nichts anderes, als in einer großen Familie zu sein.


Meine persönliche Herausforderung war es, mich abgrenzen zu lernen und genau zu spüren, wann es meine Gefühle sind oder die des Gegenübers. Große Menschenmassen meide ich dabei nach wie vor, weil ich dann noch schnell in das Gefühl der Überforderung an Sinneseindrücken komme. Und im Alltag reicht mir eine kleine Auszeit, wo ich mich dann immer zentriere und auf meine innere Kraft fokussiere.


Alles in allem, sind wir ein großer bunter und spaßiger Haufen und lieben unsere Andersartigkeit ;)

 

Bei deiner fünften Schwangerschaft und Geburt war alles anders, warum?


Meine fünfte Schwangerschaft wollte ich bewusst mit den Eindrücken erleben, die ich wahrnehme, um selbstbestimmt und aus eigener Kraft mein Baby zu gebären. In meinen vorherigen Schwangerschaften war ich von Bewusstsein her noch nicht so weit und orientierte mich an den äußeren Vorgaben, schließlich wollte ich nur das Beste für meine Kinder und habe darauf vertraut, dass die gesellschaftlichen Vorgaben schon ihren Grund haben. So endete die vierte Schwangerschaft mit einem unnötigen Kaiserschnitt. Diese Erfahrung hat mich erkennen lassen, welche Spuren eine solche Geburt bei einem Baby hinterlassen kann und hat genau so tiefe Spuren in meiner Urweiblichkeit hinterlassen, die ich aber spürte und seit dem ersten Kinderwunsch wahrnahm - dass es da eine Kraft in mir gibt, an die ich aber nicht ran kam. Irgendwann erkannte ich auch, dass ich alle Antworten nur in meinem Inneren finde und lernte, mich aus den festgefahrenen gesellschaftlichen Schubladen zu befreien. So entschied ich schließlich nach viel Persönlichkeitsarbeit mit mir selbst, dass die fünfte Schwangerschaft selbstbestimmt verlaufen soll, mit dem Fokus auf dem Wohl meines Babys und mir. Dabei half mir das wunderbare Werk FlowBirthing von Kristina Rumpel, deren Buch mit einem Health Media Award ausgezeichnet wurde. Es hat all mein Wissen an die Oberfläche geholt, und so erlebte ich eine selbstbewusste und selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt, aus meiner eigenen urweiblichen Kraft heraus, mit Freude und voller Glück! Welch positive Wirkung dies auf unser Tochter hatte, zeigt sich seit Anbeginn ihrer Geburt!

Du hast dich zur FlowBirthing Mentorin ausbilden lassen, was hast du damit vor?

Aus dieser Erfahrung der Schwangerschaft und Geburt reifte ein tiefer Wunsch, Frauen auf ihrem Weg zu solch einem wunderschönen tief transformierenden Schwangerschafts- und Geburtserlebnis zu begleiten und zu unterstützen. Vor allem profitieren die Kinder davon, denn es ist nicht egal, wie wir geboren werden, Es werden Grundsteine gelegt, die unser gesamtes Leben beeinflussen. Diese Erkenntnis habe ich vor allem aus meiner Rückführungstherapie gewonnen, die ich auf dem Weg zu mir selbst gemacht habe. Deshalb absolvierte ich die Weiterbildung zur FlowBirthing Mentorin und begleite jetzt Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft - und wenn die Frau es wünscht auch bei der Geburt. Außerdem werde ich Schwangerschaftskurse anbieten und einen Kongress veranstalten. Dazu wird aber noch nichts verraten - also, psst... ;)


Als FlowBirthing Mentorin der ersten Generation setze ich mich außerdem mit Gleichgesinnten in einem starken Netzwerk für eine “alte” neu entdeckte Geburtskultur ein.


Wie lebst du mit deiner Hochsensibilität? Ist sie inzwischen Segen oder Fluch?

 

Früher habe ich wirklich geglaubt, dass es wohl ein Fluch sein muss, heute ist es ein Segen für mich! Ich habe gelernt, meine Scanner-Persönlichkeit und meine Hochsensibilität als Geschenk anzunehmen und mich so zu lieben, wie ich bin - mit allen Macken und Eigenheiten ;) Und so schöpfe ich aus meiner Kraft! Denn ich lernte, das Leben anzunehmen so wie es gerade ist, loszulassen. Ich bin in mir und meinem Lebensfluss angekommen.


In Liebe, Dankbarkeit und Demut an das Leben und im Dienste für den Mensch <3 <3 <3

Mehr zu FlowBirthing und Marina findest du auf ihrer Seite marina-oleksjuk.de und bei Facebook.

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