Frauen-Zimmer: Warum französische Frauen nicht dick werden, aber auch nicht weiser - ein Film, der mich geärgert hat

Ich gehe sehr gern ins Kino - immer noch. Vor allem gehe ich gern allein ins Kino. Das ist Me-Time und perfekte Auszeit zugleich. Juliette Binoche habe ich vor allem als Teresa in der "Unerträglichen Leichtigkeit des Seins" sehr gemocht. Deshalb habe ich mich auf ihren neuen Film "Meine schöne innere Sonne" richtig gefreut. Und mich dann aber nur geärgert...

 

Eine Stunde und 34 Minuten schauen wie der Künstlerin Isabelle zu, wie sie verzweifelt einen Mann sucht, beziehungsweise eine "richtige Liebe". Denn Sex mit einem verheirateten Banker hat sie ja schon. (Wird ausführlichst in der Anfangssequenz des Films beleuchtet...) Warum, das fragt man sich, denn der ist selbstherrlich, versucht nicht mal vorzuspielen, dass er seine Frau verlässt, und ist im Gegensatz zu Madame Binoche unansehnlich und ziemlich dick. So, jetzt hab ich's gesagt. Sicher politisch unkorrekt, aber das muss auch mal sein. 

 

Der Nächste auf der Liste ist ein - ebenfalls verheirateter - Schauspieler, der ganz offensichtlich ein schweres Alkoholproblem hat. In den ist sie ebenso schwer verliebt, klappt nicht. Ihr Exmann und der Vater ihrer Tochter wäre noch interessiert, klappt nicht. Dazwischen stöckelt sie in Overkneestiefeln mit Pfennigabsatz, Lederminirock und zu tief ausgeschnittenen T-Shirts (weiß mit schwarzem BH drunter) durch Paris. Die Tochter ist zehn Jahre alte, man bekommt sie nur einmal zu Gesicht, als sie vom Vater abgeholt wird. Sie kann es kaum mehr ertragen, so der Vater, dass Isabelle dauernd weint.

 

Mmh, ich kann gar nicht sagen, warum mich der Film so wahnsinnig gelangweilt und gleichzeitig auf die Palme gebracht hat. Juliette Binoche spielt sicher gut, aber es wird nur gelabert, gelabert und wieder gelabert, zwischendurch geweint. Früher mochte ich solche Filme, aber als fast Gleichaltrige scheine ich dem inzwischen entwachsen zu sein. "Du bist eine erfolgreiche Künstlerin, immer noch bildhübsch, dünn (verdammt ;-)), du hast eine Tochter!" wollte ich ihr immer zurufen. "Hast du nichts anderes im Kopf als Männer?" 

 

Und dann diese Outfits, ich bin sicher nicht prüde, auch nicht spießig, aber muss eine 50plus-Frau so rumlaufen, soll es eine Parodie sein? Zum Schluss labert der ansonsten großartige Gerard Depardieu noch zehn Minuten lang als Wahrsager rum. Uff, ich war froh, als es endlich vorbei war. 

 

So, das musste jetzt mal raus. Auch wenn in der ZEIT eine Hymne auf den Film steht. Was denkt Ihr, habt Ihr ihn gesehen, bin ich spießig? Hat sich euer Filmgeschmack geändert? Eure Outfits? Ich freue mich über jeden Kommentar!

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